Filmfestival | Crossing Europe

Di 28. 4. 2026 – So 3. 5. 2026

Různá kina

Linz, Österreich
  • Film
Filmfestival | Crossing Europe

Seit 2004 widmet sich das Filmfestival Crossing Europe Linz jedes Jahr im April originellen, zeitgenössischen und gesellschaftspolitischen Autorenfilmen aus Europa. Während der sechs Festivaltage bietet Crossing Europe seinen internationalen Film- und Journalistengästen, Vertretern der Filmindustrie und dem heimischen Kinopublikum rund 140 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme.

Die Festivalleiterinnen Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler bemühen sich bei der Auswahl des Programms, die Vielfalt der europäischen Kinematografie zu berücksichtigen. Die Festivalbesucher in Linz sollen die Möglichkeit haben, europäische Spitzenproduktionen und Filmhits der vergangenen Festivalsaison (von A-Festivals wie der Berlinale, Cannes oder Venedig) auf der Leinwand zu sehen. 

Trotz der Veränderungen im Medienkonsum und in der Wahrnehmung haben Filmfestivals eine wichtige Aufgabe: Sie sollen der breiten Öffentlichkeit neue Haltungen und Trends in der Filmkunst vorstellen, Programme und Filme kuratieren, die aus wirtschaftlichen Gründen trotz internationaler Festivalerfolge in den normalen Kinos zu selten zu sehen sind, und für deren Bekanntheit sorgen, wozu auch die Präsentation von Filmen der jungen Regisseurgeneration gehört. 

Crossing Europe ist eine attraktive und kommunikative Plattform für junge Filmemacher, Cineasten und Vertreter der Filmindustrie, ein überschaubares Festival, bei dem in entspannter Atmosphäre das Kinoerlebnis im Mittelpunkt steht.

Für den Festival-Trailer 2026 sind die Künstler Amanda Burzić und Dominik Galleya verantwortlich. Burzić bewegt sich zwischen bildender Kunst und experimentellem Film, Galleya schafft Werke in narrativen und popkulturellen Bildwelten. Seit 2019 arbeiten sie gemeinsam an Film- und Musikvideoprojekten.

Programmauswahl: 

Sektion: Competition Fiction Karavan / Caravan Zuzana Kirchnerová, CZ/SK/IT 2025, 102 min, Tschechisch/Italienisch/Slowakisch/Englisch, OmeU  

Ester betreut ihren schwerbehinderten Sohn David allein – eine schwierige Aufgabe, zumal er viel überschüssige Kraft hat und gerade heftig pubertiert. Sie werden von Freunden nach Italien eingeladen, aber Davids erratisches Verhalten verursacht einen Sachschaden. Ester entschließt sich, das Wohnmobil, in das man sie daraufhin verfrachtet, als Fluchtfahrzeug zu nützen. Unterwegs lernen sie die unbeschwerte Zuza kennen, die sofort einen Draht zu David findet. Zwischen Gelegenheitsjobs, Sonnenbaden und Disco-Nächten wird Ester schmerzhaft klar, dass es noch ein „anderes“ Leben gibt. Doch die Frage ist, wie lang sich die Sommeridylle aufrechterhalten lässt. (Andreas Ungerböck)   

Sektion: Competition Documentary Kdyby se holubi proměnili ve zlato / If Pigeons Turned to Gold Pepa Lubojacki , CZ/SK 2026, 110 min, Tschechisch/Englisch, OmeU   

Ist sie verdorben? Diese Frage stellt sich Pepa Lubojacki über ihre Familie. Ihr Bruder David und ihre Cousins, ebenfalls David und Marco, sind suchtkrank und obdachlos, wie teils schon ihre Eltern vor ihnen. Mit ihrem Essay, das filmisches Archivmaterial, mit KI animierte Kindheitsfotografien, Texttafeln und die Beobachtung der drei Protagonisten mit der Handykamera vereint, macht sich die Regisseurin auf die Suche nach der Genese von Sucht. Generationentraumata, medizinisches Fachwissen sowie die Schonungslosigkeit des Alltags verschmelzen zu einem pointierten Plädoyer, den Menschen hinter der Krankheit zu sehen. (Susanne Gottlieb)   

Sektion Nachtsicht | Night Sight Itt érzem magam otthon / Feels Like Home Gábor Holtai, HU/CZ 2025, 124 min, Ungarisch, OmeU   

Rita, die eben ihren Job verloren hat, wird auf dem Nachhauseweg gekidnappt und findet sich gefesselt in einem spärlich eingerichteten Raum wieder. Ihr Entführer behauptet, sie sei seine davongelaufene Schwester Szilvi, Teil der Familie Árpád, in die sie nach entsprechender Resozialisierung wieder eingegliedert werden solle. Nach anfänglichem Widerstand wird Rita nach und nach klar, dass der einzig mögliche Ausweg über die ihr aufgezwungene Rolle führt. Gábor Holtais beklemmend inszeniertes und grandios gespieltes Langfilmdebüt bricht Genre Konventionen mit geschickten Wendungen und wurde in Ungarn wohl nicht zuletzt aufgrund seiner Lesbarkeit als bissige Autokratie-Kritik zum Publikumshit. (Matthias Eckkrammer)  

Sektion: European Panorama Fiction Skyrybos karo metu / How to Divorce During the War Andrius Baležvičius, LT/LU/IE/CZ 2026, 108 min, Litauisch/Englisch/Ukrainisch/Russisch, OmeU   

Vilnius, 2022: Marija und Vytas sind am Ende ihrer Beziehung angekommen, Streit steht an der Tagesordnung. Als sie beschließen, sich scheiden zu lassen, beginnt der Einmarsch Russlands in die Ukraine. Besteht auch für Litauen Gefahr? Marija kündigt ihren Job in der Content-Branche und nimmt eine ukrainische Flüchtlingsfamilie auf; eine Entscheidung, die die Nerven weiter belastet. Echter Krieg versus Rosenkrieg: Andrius Blaževičius stellt mit einer Kombination aus Ernsthaftigkeit, Satire und durchkomponierten statischen Einstellungen private neben weltpolitische Konflikte. Zeitgemäß und klug. (Oliver Stangl)   

Das gesamte Festivalprogramm ist ab 17. April 2026 auf crossingeurope.at online abrufbar, der Ticketverkauf startet am 20. April 2026.   

Weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Website des Filmfestivals.

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