Ausstellung | František Palacký. Ein großer Historiker und Denker Mitteleuropas

Mi 27. 5. 2026 – Sa 31. 10. 2026

Hauptgebäude der Universität Wien

Universitätsring 1, 1010 Wien
  • Sozialwissenschaften
Ausstellung | František Palacký. Ein großer Historiker und Denker Mitteleuropas

Das Tschechische Zentrum Wien lädt in Zusammenarbeit mit der Tschechischen Botschaft in Wien, der Universität Wien und dem Institut für Osteuropäische Geschichte zur Ausstellung FRANTIŠEK PALACKÝ - ein großer Historiker und Denker Mitteleuropas.

Die Ausstellung auf zwölf Schautafeln präsentiert den großen tschechischen, österreichischen und europäischen Historiker, Politiker und Denker anhand von Bilddokumenten sowie in Form fiktiver Gespräche mit uns, den Menschen des Jahres 2026. Die Dialoge sind lebendig und humorvoll und helfen dabei, die heute schwerer verständlichen Ereignisse seiner Zeit nachvollziehbar zu erklären. Zugleich ist ihr Kern auch heute noch außerordentlich aktuell. Manchmal handelt es sich sogar um direkte Analogien: die Reflexion des historischen Zusammenlebens von Tschechen und Deutschen, die Stellung kleiner (und machtpolitisch schwächerer) Nationen gegenüber den großen, das Verhältnis (Mittel-)Europas zu Russland und der Sinn der europäischen Integration, die Verantwortung des Intellektuellen gegenüber öffentlichen Angelegenheiten und Werten wie Freiheit, Humanität sowie dem Gegenteil von Arroganz – empathischer Zusammenarbeit.

  • František Palacký (1798–1876) hat als Historiker, Denker und politisch engagierter Intellektueller die Herausbildung des tschechischen Nationalbewusstseins maßgeblich beeinflusst. Durch seine Werke und sein öffentliches Wirken trug er zur Bildung und Festigung des historischen Selbstbewusstseins der tschechischen Gesellschaft bei.

Palacký war sich zugleich der Bedeutung der Zusammenarbeit kleinerer Nationen bewusst, vor allem im politisch und kulturell vielfältigen Raum Mittelosteuropas. Er beschäftigte sich daher mit dem Gedanken der gegenseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit von Nationen, die ihren Platz innerhalb größerer politischer Gebilde finden mussten.

Er war ein tatkräftiger Organisator des wissenschaftlichen Lebens in Böhmen, und als Gründungsmitglied beteiligte er sich aktiv an der Tätigkeit der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Durch seine wissenschaftliche Tätigkeit zählt er zu den Begründern der modernen Geschichtsschreibung in Mittelosteuropa. Seine Arbeit zeichnete sich durch eine gründliche Untersuchung historischer Quellen und das Bestreben aus, die historische Entwicklung in einem breiteren gesellschaftlichen und politischen Kontext zu interpretieren. Gerade dieser analytische Ansatz und seine Fähigkeit zu einem tiefen Verständnis der damaligen Gesellschaft machen sein Werk bis heute zu einem inspirierenden und anregenden Studienobjekt.

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