Böhmen, Ende des 17. Jahrhunderts: Ein macht- und besitzgieriger Inquisitor wird gerufen, um angebliche Hexerei zu beenden. Dieser weitet sein schreckliches Wirken rücksichtslos aus.
Während der Filmerzählung sich auf authentische Schicksale der Hexenjagd in Böhmen bezieht, reflektiert sie zugleich die Schauprozesse der 1950er Jahre gegen Milada Horáková und Rudolf Slánský. Historisches Vorbild des sadistischen Fanatikers ist der Laieninquisitor Jindřich František Boblig von Edelstadt (1612–1698), der für die Verbrennung von über 100 Menschen verantwortlich war. Sein Gegenspieler ist der Humanist Lautner, ein Prototyp des modernen Intellektuellen, der trotz (oder wegen) seiner moralischen Überzeugungen unvermeidlich zum Opfer absurder Gewalt wird. Einer der besten Filme des großen und ungemein produktiven Regisseurs Otokar Vávra, dem die politische Liberalisierung der 60er Jahre dieses brisante Filmdrama erlaubte. Ein Thriller als intensives Gleichnis für politische Entwicklungen der jüngeren Geschichte.
Tschechoslowakei, 1969
103 Min., OmU
Regie: Otokar Vávra
In Kooperation mit Národní filmový archiv (National Film Archive) Prag.
Eintritt frei, keine Voranmeldung nötig.
Vienna meets Prague ist ein Projekt des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Kooperation mit der Botschaft der Tschechischen Republik in Österreich, dem Tschechischen Zentrum Wien und weiteren Partnern.