Besuch der Brünner Oberbürgermeisterin und des Wiener Bürgermeisters im Tschechischen Zentrum Wien

16. 6. 2021
© Kristýna Jordánová

Die Symbolik der Verbindung zwischen Adolf Loosʼ Geburtsort und dem Ort seines bedeutendsten Schaffens sowie seiner letzten Ruhe, also zwischen Brünn und Wien, haben die höchsten Vertreter der beiden Städte, die Brünner Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková und der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Ludwig, am 15.6. mit einem gemeinsamen Besuch der Ausstellung ADOLF LOOS: BRÜNNER UND PILSNER G´SCHICHTEN betont. Anwesend waren auch der österreichische Honorarkonsul in Brünn, Mag. Georg Stöger, sowie Dr. Verena Ender, gebürtige Wienerin und Enkelin von Victor Bauer, dem bedeutendsten mährischen Freund und Sponsor von Adolf Loos. Der Besuch wurde von der Botschafterin der Tschechischen Republik in Wien, Dr. Ivana Červenková, begleitet und vom Öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen (<i>Česká televize</i>), Studio Brünn, dokumentiert.

Die Gäste wurden vom Direktor des Tschechischen Zentrums, Dr. Mojmír Jeřábek, durch die Ausstellung geführt: „Der Besuch des amtierenden Bürgermeisters von Wien ist für das Tschechische Zentrum eine große Ehre und ein historisches Ereignis, weil es in seinem mehr als ein Vierteljahrhundert langen Bestehen zum ersten Mal vonstattenging. Es hat mich sehr gefreut, dass beide Gäste tieferes Interesse am Thema der Ausstellung gezeigt haben – beide lassen nämlich als Fachleute ihrer Art erachten. Dr. Ludwig ist für seine Geschichtskenntnisse bekannt und die Brünner Oberbürgermeisterin hat während des letzten Jahres gewiss mehr über Loos erfahren, als eine einzelne Ausstellung erzählen kann.“

Bei dieser Gelegenheit kommentierte die Oberbürgermeisterin von Brünn: „Loos verbindet Brünn und Wien, unsere Länder und Österreich, was diese auf interessante Weise konzipierte Ausstellung sehr schön widerspiegelt. Loos bleibt für Brünn ein großes Thema, selbst nach dem letzten Jahr, als wir uns zu Loos’ Jubiläum u. a. durch ein interessantes neues Denkmal an der Stelle seines ehemaligen Geburtshauses bekannt haben. Wunderschöne Fotografien des Denkmals sind auch in dieser Ausstellung dominant.“

Der Wiener Bürgermeister schätzte die Ausstellung sowie ihre einzelnen Elemente – die Arbeiten von Studierenden. „An der Sammlung der Plakate von Pilsner Studierenden mit dem Thema Loos 150 hat mich der Einfallsreichtum beeindruckt. Ich habe dort zum Beispiel das Motiv des berühmten Looshauses entdeckt, das durch Fantasie des Gestalters um ein reiches Grün ergänzt wurde. Ich bin sehr erfreut, dass diese Kollektion in Wien bleiben soll und Teil der einzigartigen Sammlung des Museums für angewandte Kunst wird. Auch die studentischen Modelle Loosʼscher Bauten sind erstaunlich in ihren Details – man kann geradezu einen Blick hineinwerfen und fragen, ob jemand zu Hause ist“, sagte Dr. Ludwig mit einem Lächeln. Am Modell des Looshauses vom Michaelerplatz demonstrierte er dann der Brünner Oberbürgermeisterin, was genau den Kaiser und die Wiener Gesellschaft zur Zeit der Errichtung (1909–1911) so gestört hat – es war die Abwesenheit jeglicher Dekoration an der Fassade rund um die Fenster. „Deswegen nannte man es das Haus ohne Augenbrauen“, ergänzte der Wiener Bürgermeister. Und direkt aus dem Tschechischen Zentrum führte Dr. Ludwig die Brünner Oberbürgermeisterin auf einen Spaziergang zum nicht weit entferntem Looshaus am Michaelerplatz, um seinem Gast in natura zu zeigen, wovon er im Tschechischen Zentrum gesprochen hatte.

Mojmír Jeřábek

Direktor des Tschechischen Zentrums Wien

15.6.2021

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