Im internationalen Susanna-Roth-Übersetzungswettbewerb 2026 übertrugen angehende Übersetzer:innen einen Auszug aus Eli Beneš’ Roman Všechno bude super. Nun steht der Gewinner fest.
Eine gemeinsame Jury für die deutschsprachigen Länder bewertete alle acht eingegangenen Texte (einer aus Österreich und sieben aus Deutschland), die der Jury in anonymisierter Form vorlagen. Die Übersetzerinnen Daniela Pusch und Theresa Clauberg sowie der Autor und Übersetzer Michael Stavarič entschieden, dass die beste Übersetzung in diesem Jahr von Platon Ivanov (D) angefertigt wurde.
Im Urteil der Jury heißt es:
„Platon Ivanov hat die Jury mit seinem ausgeprägten Gespür für Textstruktur sowie die sprachlichen Feinheiten überzeugt – und das gleichermaßen in beiden Sprachen. Souverän übersetzte er den Ausgangstext, der wegen seiner sprunghaften Erzählweise schon eine logische Herausforderung war, in ein adäquates Ganzes und erfreute die Jury zudem noch mit seiner eleganten und facettenreichen Wortwahl. Dabei besticht die Übersetzung sowohl durch den feinen Erzählstil als auch durch lebendige Mündlichkeit in der wörtlichen Rede. Kleine Nachlässigkeiten fallen dabei kaum ins Gewicht, setzt man ihnen die zahlreichen gelungenen Lösungen kniffliger Stellen entgegen. Summa summarum bleibt die Wahl der stilistischen Mittel überzeugend, wobei der Sprachschatz und die Vielseitigkeit des Originals gewahrt bleibt.
Die Jury war sich daher in ihrer Entscheidung einig und würdigte die Übersetzung einstimmig als besonders herausragende Leistung. Platon Ivanovs Text setzte sich durch seine sprachliche Sicherheit, stilistische Reife und große Ausdruckskraft überzeugend von den übrigen Einsendungen ab.“
Platon Ivanov (* 6. Juli 2002) verbrachte seine Kindheit in Tschechien, wo er in Prag die Grundschule und das Gymnasium besuchte. Er hatte die Gelegenheit zu einem mehrmonatigen Aufenthalt in Berlin, wo er seine Liebe zur deutschen Sprache entdeckte. Später zog er nach Leipzig, wo er erfolgreich den Doppelstudiengang „Interkulturelle Kommunikation: Tschechisch und Deutsch für Übersetzen und Dolmetschen“ mit einem einjährigen Aufenthalt in Prag absolvierte. Derzeit schließt er sein Masterstudium der Slawistik an der Universität Leipzig ab, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist, und unterrichtet gleichzeitig Tschechisch an einer sächsischen Berufsschule.
Wir gratulieren dem Gewinner und bedanken uns bei allen teilnehmenden Übersetzer:innen für die Zeit und Mühe, die sie der Übertragung des Textes gewidmet haben.
Der Wettbewerb wird von den Tschechischen Zentren in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Literaturzentrum, einem Teil der Mährischen Landesbibliothek in Brno, organisiert.