Ausstellung ADOLF LOOS: BRÜNNER UND PILSNER G'SCHICHTEN

25. 6. 2021
© Kristýna Jordánová

Das vorjährige 150. Jubiläum der Geburt (10.12.2020) eines der größten Architekten der Geschichte, keines geringeren als Adolf Loos, war die Gelegenheit, um auf dem Boden des Tschechischen Zentrums Wien auf interessante und neuerliche Weise an die außergewöhnliche kulturelle Verbindung unserer beiden Länder zu erinnern.

Die Eröffnung der Ausstellung zu Loos’ Geburtstag wurde zwar durch die Pandemie vereitelt, aber die Pläne blieben bestehen und werden nun in Form einer Ausstellung umgesetzt, die sowohl Loos’ Brünner Wurzeln und seiner lebenslangen Bindungen zu dieser Stadt als auch seiner bedeutendsten Interieurarbeiten in den böhmischen Ländern gedenkt, die in Pilsen erhalten und bewahrt worden sind. Und weil Loos junge talentierte Design- und Architekturanwärter*innen unterstützte, werden diese beiden Basisteile der Ausstellung auch um ein Set von Plakaten zum erwähnten Jubiläum ergänzt, die kreative Arbeit von Studierenden der Ladislav-Sutnar-Fakultät für Design und Kunst der Westböhmischen Universität in Pilsen, sowie um Modelle, die japanische Studierende auf Grundlage von Loos’ Entwürfen gebaut haben.

Unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin der Stadt Brno, Markéta Vaňková, und der des Oberbürgermeisters der Stadt Pilsen, Martin Baxa, wurde am 9.6. die Ausstellung mit dem Namen ADOLF LOOS: BRÜNNER UND PILSNER G’SCHICHTEN in der Galerie des Tschechischen Zentrums eröffnet. Die Hauptpartner des Projekts sind die Statutarstädte Brno und Pilsen, Pilsen-Tourismus, Pilsen-Loos, die Westböhmische Galerie, das Haus der Kunst der Stadt Brno – www.bam.brno.cz und außerdem die Nationale Denkmalschutzbehörde und die Mährische Landesbibliothek. 

Während der Teil „Loos und Pilsen“ von der Gesamtheit der Tschechischen Zentren für ihr weltweites Netzwerk initiiert wurde, erstellte das Tschechische Zentrum Wien aus erwähnten Gründen des gemeinsamen kulturellen Erbes ein Brünner Pendant zu den Pilsener Interieuren und Geschichten der Auftrag gebenden Familien. Im Brünner Teil der Ausstellung werden also die Geschichten erzählt, die Loos mit seiner Heimatstadt verbinden (wo er am 10.12.1870 geboren wurde). Beide diese Geschichtensammlungen spielen sich vor dem Hintergrund der Stadt Wien ab, die in Loos’ Leben und Werk unerlässlich ist; übrigens steht Loos’ vielleicht berühmtester Bau, das sogenannte Looshaus am Michaelerplatz gegenüber der Hofburg, seinerzeit ob seiner Modernität im wahrsten Sinne des Wortes Ursache großen Aufhebens in der Wiener Gesellschaft bis in die kaiserlichen Kreise hinein, nur wenige Hundert Meter vom Tschechischen Zentrum entfernt, nämlich am Ende der Herrengasse, in der unser Zentrum seinen Sitz hat. 

Neben den erzählten Geschichten könnten das österreichische Publikum auch die Modellbauten Loos'scher realisierter und nicht realisierter Werke interessieren, die beide Teile der Ausstellung ergänzen und begleiten. Es handelt sich um das Werk japanischer Studierender von Prof. Sakurai von der Toyo-Universität, das in Österreich zum ersten Mal ausgestellt wird. Die Modelle lassen sowohl die Fassaden und äußeren Formen der Häuser als auch ihre Interieure betrachten, was bei Loos ausgesprochen wichtig ist. 

Mojmír Jeřábek

Direktor des Tschechischen Zentrums Wien

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