Am 22. März erinnern wir uns an den 130. Geburtstag des tschechischen Schriftstellers, Humoristen, Journalisten und Drehbuchautors Karel Poláček.
Vielen Generationen tschechischer Fernsehzuschauer*innen ist die auf seinem Buch Wir fünf und Jumbo basierende Fernsehserie in Erinnerung geblieben, in der er sein charakteristisches Thema der Komik und Tragik des Lebens eines „kleinen Menschen" mit den Augen eines Kindes betrachtet.
Poláček wurde 1892 in Rychnov nad Kněžnou in die Familie eines jüdischen Kaufmanns geboren. Während seines Jurastudiums widmete er sich der Kunst und war Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Übersetzer von Stücken für das studentische Puppentheater in Rychnov. In den 1920er Jahren begann er Beiträge für satirische Zeitschriften zu schreiben, wo er die Brüder Čapek kennenlernte. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 1931 mit dem Roman Abseits: Aus dem Leben von Fußball-Fans, einem Roman über die Fans der Fußballvereine FK Viktoria Žižkov und SK Slavia Prag, der im selben Jahr verfilmt wurde. Poláček soll die Dialoge für das Drehbuch in einer Stunde geschrieben haben. 1936 wurde der satirische Roman Die Bezirksstadt veröffentlicht, der von seiner Heimatstadt inspiriert war. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er 1939 aus der Zeitung Lidové noviny entlassen, wo er seit 1922 als Kolumnist und Feuilletonist sowie als Gerichtsreporter tätig war. Poláček schrieb den Roman Wir fünf und Jumbo kurz vor seiner Deportation nach Theresienstadt; nach letzten Informationen befand er sich 1944 in einem Transport nach Auschwitz.