Ein kleiner Rückblick auf Echoes of Ji.hlava in Wien

19. 5. 2022
© Kristýna Jordánová

Das Internationale Festival der Dokumentarfilme Ji.hlava ist eines der führenden europäischen Dokumentarfilmfestivals und das größte Ereignis dieser Art in Mittel- und Osteuropa. Jedes Jahr werden mehrere Siegerfilme ausgewählt, die im Rahmen von Echoes of Ji.hlava im Ausland vorgestellt werden. Dieses Jahr organisierte das Tschechische Zentrum Wien in Zusammenarbeit mit dem Ji.hlava IDFF, dem Slowakischen Institut in Wien, der Botschaft der Tschechischen Republik in Wien und dem Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Österreich eine dreitägige Veranstaltung, bei der jeder Abend einem der ausgewählten Siegerfilme gewidmet war.

Die Filmreihe wurde am 9. Mai 2022 mit der Vorführung des Dokumentarfilms Stingl - Little Big Okima über den legendären tschechischen Weltreisenden, Ethnografen und den einzigen europäischen Häuptling eines Indianerstammes eröffnet. Die Grundlage für den Film stellt das Werk von Adam Chroust Miloslav Stingl: Biografie cestovatelské legendy (auf Deutsch: „Miloslav Stingl: Biografie der Reiselegende“) dar, der an der Diskussion zusammen mit dem Regisseur des Films Steve Lichtag nach der Filmvorführung teilnahm.

Der zweite Filmabend am 10. Mai 2022 war dem Dokumentarfilm A New Shift von dem Regisseur Jindřich Andrš gewidmet, der sich auf die Geschichte des Bergmanns Tomáš Hisem fokussierte. Tomáš war durch die Umstände gezwungen, sein bisheriges Berufsleben zu überdenken, aber trotz aller Hindernisse gelang es ihm, eine Umschulung auf eine Position im IT-Bereich zu absolvieren. Die Besucher*innen konnten ihre Fragen nicht nur an den Regisseur, sondern auch an den Hauptprotagonisten des Films stellen.

Der letzte präsentierte Film war der investigative Dokumentarfilm Ordeal von Zuzana Piussi, der sich mit der Situation im slowakischen Justizwesen befasst und frei an den Film Disease of the Third Power (2011) anschließt. Das Justizsystem ist die Säule der Macht in einem Rechtsstaat. Doch was passiert, wenn die Schlüsselpositionen mit korrupten oder manipulierbaren Persönlichkeiten besetzt werden? Können sich die normalen Bürger*innen dann auf die Justiz verlassen? Richterin Katarína Javorčíková, die Initiatorin der beiden Dokumentarfilme, beantwortete nicht nur diese, sondern auch weitere Fragen.

Alle Abende wurden von Adriana Belešová, der Programmmanagerin des IDFF, moderiert. Die Dolmetschung ins Deutsche wurde von Karolína Eitlerová, einer Praktikantin des Tschechischen Zentrums, übernommen.

Wir danken allen Teilnehmer*innen für ihre Zeit und allen Besucher*innen für ihr Interesse!

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