Mit einem performativen und linguistischen Kommentar des Performancers David Helán ging am 2. Februar die Ausstellung "Jan Patočka. Philosoph und Staatsfeind" im Tschechischen Zentrum Wien zu Ende. Die Veranstalter ließen noch einmal die zahlreichen Begleitveranstaltungen Revue passieren, das Publikum genoss den würdigen Abschluss und das gesellige Beisammensein.
Fünf Monate, neun größere Begleitveranstaltungen, viele Führungen im kleinen Kreis, mehr als 1000 Besucher:innen vor Ort und zahlreiche Passant:innen, die die Ausstellungsobjekte durch die Schaufenster betrachteten: Mit der Finissage am 2. Februar fand die Ausstellung Jan Patočka. Philosoph und Staatsfeind ihren würdigen Abschluss. Das Publikum nutzte die Gelegenheit, um ein letztes Mal in die freigeistige, philosophische Welt des Philosophen und die brutale, totalitäre Welt der lückenlosen Überwachung des "Staatsfeindes" einzutauchen.
Der Abend begann mit einer Anmoderation von Sandra Dudek, der interimistischen Leiterin des Tschechischen Zentrums Wien, einem Rückblick von Ludger Hagedorn vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen und der Kuratorin Lenka Kerdová und endete mit einer eindrucksvollen Performance.
Mit der Entwicklung einer pat(h)ologische Wortassoziation zum Thema präsentierte David Helán seine von der Sprache des Philosophen inspirierte „Patocology“ als performativen und linguistischen Kommentar zur Ausstellung.
“Heilig-Ger-Man emanci come, end marcipam, and narci-man Neo Helan,Double-decker I´m, the highest Baedeker,neohelenism hurrah I am Deoduran–Duran,H.R. Geiger hy there, by me cider, I´m Neo-Heidegger”
Mithilfe von ausgewählten Requisiten, wie aufblasbaren Buchstaben und Buchstaben aus einer Packerlsuppe sowie eingespielten Sounds stellte er eine fesselnde Show auf die Beine. Die vollkommene Stille im Raum füllte sich mit Neugier für das Stück. Im Anschluss genoss das Publikum noch einen geselligen Ausklang des Abends.
Die Ausstellung "Jan Patočka. Philosoph und Staatsfeind" wurde vom Institut für die Wissenschaft vom Menschen, dem Archiv Jan Patočka und dem Tschechischen Zentrum Wien organisiert.