Das Tschechische Zentrum Wien organisierte eine dreitägige Österreich-Tournee der Fotografin Libuše Jarcovjaková, deren authentisches Schaffen generationen- und grenzübergreifend Resonanz findet. Das Programm bot eine Kombination aus Buchpräsentation, Filmvorführung und Diskussionsrunden, die sowohl Fachpublikum als auch ein breites Publikum anzogen.
Der erste Abend in der Galerie WestLicht war der Präsentation des Buches T-Club gewidmet, das das Leben der queeren Community in Prag in den 1980er Jahren dokumentiert. Libuše Jarcovjaková erläuterte gemeinsam mit der Kuratorin Lucie Černá die Entstehung dieser außergewöhnlichen Publikation und nahm die Zuschauer durch Fotografien und persönliche Erinnerungen mit in die Atmosphäre des damaligen Undergrounds.
Am zweiten Tag verlagerte sich die Aufmerksamkeit ins Wiener Kino FilmCasino, wo der Dokumentarfilm Ještě nejsem, kým chci být (Ich bin noch nicht, wer ich sein möchte) von Regisseurin Klára Tasovská gezeigt wurde. Der Film verfolgt den persönlichen und künstlerischen Weg von Libuše Jarcovjaková sowie ihre Suche nach ihrer eigenen Identität in der Zeit der Normalisierung in der Tschechoslowakei und im Exil. Der Film gewann den Český lev in der Kategorie bester Dokumentarfilm sowie den Preis der tschechischen Filmkritik. Nach der Vorführung folgte eine lebendige Diskussion mit Libuše Jarcovjaková und Klára Tasovská.
Die abschließende Vorführung fand im DASKINO in Salzburg statt, wo das Publikum die Möglichkeit hatte, sich an einer anschließenden Debatte mit Klára Tasovská zu beteiligen. Die Diskussion bestätigte erneut, dass persönliche Geschichten und Authentizität auch über die Grenzen der Tschechischen Republik hinaus starke Resonanz finden.
Libuše Jarcovjaková trat in diesem Jahr zudem in die Ruhmeshalle des Wettbewerbs Czech Grand Design ein, womit ihre langjährige Arbeit und ihr Beitrag zur tschechischen visuellen Kultur gewürdigt wurden.
Die gesamte Tour war ein Beweis dafür, dass starke Aussagen über Freiheit, Identität und Menschlichkeit auch im internationalen Kontext Anklang finden. Libuše Jarcovjaková, Klára Tasovská und Lucie Černá bestätigten, dass die zeitgenössische tschechische Kultur viel zu bieten hat – und das österreichische Publikum zeigte seine Wertschätzung durch eine herzliche Aufnahme.