Buchpräsentation | Jana Geršlová: Tschechische Wurzeln österreichischer Marken

19. 2. 2026
Buchpräsentation | Jana Geršlová: Tschechische Wurzeln österreichischer Marken

In der tschechischen Botschaft fand eine Präsentation des Buches „Tschechische Wurzeln österreichischer Marken" von Jana Geršlová statt, das die Verbindungen zwischen den tschechischen Ländern und dem österreichischen Unternehmensumfeld beleuchtet.

Am 26. Februar 2026 fand in der Botschaft der Tschechischen Republik in Wien die Präsentation des Buches „Tschechische Wurzeln österreichischer Marken" der Ökonomin und Autorin Jana Geršlová statt. Die Publikation enthüllt weniger bekannte Zusammenhänge zwischen dem tschechischen und österreichischen Unternehmensumfeld und erzählt die Geschichten bekannter Marken, deren Gründer oder Ursprünge in den tschechischen Ländern liegen.

In ihrem Buch zeigt die Autorin, welche bedeutende Rolle die Migration der Tschech:innen nach Österreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte, als sie auf der Suche nach Arbeit und Geschäftsmöglichkeiten in die sich rasch industrialisierenden Gebiete der Monarchie kamen. Genau zu dieser Zeit entstanden Firmen und Unternehmen, die heute zu den ikonischen österreichischen Marken gehören und einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind.

Die Publikation erinnert beispielsweise an Namen wie Kastner & Öhler, Julius Meinl oder Mautner Markhof sowie an Unternehmen wie Hawelka, Aida oder Schweizerhaus. Auch Industrieunternehmen wie Swarovski, Plansee oder Riedel Glas fehlen nicht. Der gemeinsame Nenner dieser Geschichten ist die Tatsache, dass ihre Gründer oder unternehmerischen Wurzeln gerade in den tschechischen Ländern liegen.

Der Abend wurde mit einer Eröffnungsrede des Botschafters der Tschechischen Republik in Österreich, Jiří Šitler, eingeleitet, der die Bedeutung der historischen Beziehungen zwischen beiden Ländern und ihre langjährige wirtschaftliche und kulturelle Verflechtung hervorhob. Anschließend übernahm Johannes Jetschgo, langjähriger Journalist und Moderator des österreichischen Fernsehsenders ORF, die Moderation des Abends.

Jana Geršlová stellte in ihrer Präsentation die Hauptthemen des Buches anhand von sechs Wirtschaftsbereichen vor: Architektur und Bauwesen, Technik, Handel, Lebensmittel und Brauerei, Gastronomie und Hotellerie sowie Glas und Modeschmuck. An konkreten Beispielen zeigte sie, wie sich die tschechischen Unternehmertraditionen auf die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft ausgewirkt haben.

Die Bedeutung der tschechisch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen wurde auch von Professor Stefan Michael Newerkla in seiner Laudatio hervorgehoben: „Vielleicht liegt genau darin der wesentliche Punkt des heutigen Abends: Wir müssen lernen, die Wirtschaftsgeschichte nicht als Wettbewerb nationaler Leistungen zu betrachten, sondern als Koproduktion. Marken nicht nur als wirtschaftliche Akteure, sondern als historische Dokumente zu verstehen. Und sich erneut bewusst zu machen, dass die Geschichte Tschechiens und Österreichs nicht die Geschichte zweier paralleler Linien ist, sondern eine Geschichte miteinander verwobener Fäden.“

Die Autorin ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Europäischen Forschungsuniversität in Ostrava und beschäftigt sich seit langem mit Wirtschaftsgeschichte und der Popularisierung der Wissenschaft. Sie ist Autorin zahlreicher Fachpublikationen und hat an mehreren internationalen Forschungsprojekten zur wirtschaftlichen Entwicklung Mitteleuropas mitgewirkt.

Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse in der Öffentlichkeit – mehr als 120 Besucher nahmen an der Präsentation teil. Nach Ende des Programms hatte das Publikum die Möglichkeit, sich an einer Diskussion mit der Autorin zu beteiligen und mehr über die einzelnen Geschichten der Unternehmen zu erfahren, die in dem Buch vorgestellt werden.

Den Abend beschloss der Direktor des Tschechischen Zentrums Wien, Ondřej Černý, der sich bei der Autorin und den Gästen für ihre Teilnahme bedankte und an die Bedeutung solcher Treffen für die Stärkung des Dialogs zwischen Tschechien und Österreich und den Austausch gemeinsamer historischer Zusammenhänge erinnerte. 

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