Am 31. Mai 1892 wurde der bedeutende tschechischen Dichter, Schriftsteller, Graphiker, Maler und Übersetzer Bohuslav Reynek geboren. In seinen expressionistischen Gedichten zeigen sich Bilder des ländlichen Lebens seines Heimatdorfes Petrkov ebenso wie christliche und religiöse Motive.
Bohuslav Reynek war der Sohn eines Bauern, und sein Vater wollte, dass er den Familienbetrieb übernimmt, jedoch interessierte sich Bohuslav mehr für Literatur und bildende Kunst. Nach der Matura studierte er auf Wunsch seines Vaters Landwirtschaft, brach das Studium aber nach wenigen Wochen ab. Er begann, wie viele junge Lyriker seiner Generation, in der dekadent orientierten Zeitschrift Moderní revue (Moderne Revue) seine ersten Werke zu publizieren. Seine ersten Gedichte erschienen im Jahr 1914. Im selben Jahr begann Reyneks Zusammenarbeit mit dem Verlag Dobré dílo (Gutes Werk), wo er zuerst als Übersetzer, später auch als Lyriker und Graphiker, die ersten großen Erfolge feierte.
Reyneks Kunst beschäftigt sich mit dem Zusammenklang von seinem christlichen Glauben und der natürlichen Weltordnung. Dabei versetzt er biblische Motive wie die Kreuzigung in die Natur der Umgebung seines Bauernhofs in Petrkov. Typisch für Expressionisten, ist die sogenannte tragische Weltsicht. Auch in Reyneks Werken durchdrängt die tragische Imagination, mit dekadenten Themen wie Verfall und Untergang, die Lyrik. Die vielleicht bekanntesten Sammlungen Reyneks entstanden zu der Zeit des Ersten Weltkrieges, den der sensitive Dichter als Hölle auf Erden betrachtete. Die drei Sammlungen Reyneks, die man heute für den Höhepunkt des tschechischen Expressionismus hält sind zwei lyrische Prosa-Sammlungen Rybí šupiny (Fischschuppen, 1922) und Had na sněhu (Schlange auf dem Schnee, 1924) und eine lyrische Sammlung Rty a zuby (Lippen und Zähne, 1925).
Reynek reiste viel nach Frankreich, wo er auch 1923 seine Frau, die Dichterin Suzanne Renaud, kennenlernte. Nach dem Tod seines Vaters zog die Familie nach Petrkov, um den Bauernhof zu verwalten. Den Hof mussten sie jedoch aus politischen Gründen erst 1944 und dann 1948 verlassen. Nach dem kommunistischen Putsch wurde Reyneks Hof in Petrkov verstaatlicht und Reynek arbeitete dort bis 1957 nur als Landarbeiter. Zu dieser Zeit entstand der größte Teil von Reyneks grafischem Werk.
Wegen der christlichen Symbolik in seinen Gedichten wurde Reynek von dem kommunistischen Regime verfolgt und seine Texte wurden verboten. Erst in den 1960er Jahren wurde er neuentdeckt von einer jungen Generation an Dichtern. Unter ihnen waren auch Jiří Kolář, Ivan Diviš, Ivan Martin Jirous vulgo Magor oder Věra Jirousová. Dank der Lockerung der Zustände in den 60er Jahren, durfte Reynek 1964 wieder ausstellen. Reynek starb in Petrkov im Jahr 1971.