Als Neujahrsfilm wurde an der Botschaft der Tschechischen Republik in Österreich Julius Ševčíks Werk „Masaryk“ vorgeführt. Ein Film über Jan Masaryk, den Sohn des ersten Präsidenten der tschechoslowakischen Republik Tomáš Garrigue Masaryk – ein Bohemien, Frauenliebhaber und brillanter Redner. In der anschließenden Diskussion stand der Regisseur selbst jeglichen Fragen des Publikums Antwort.
In dem historischen Drama erzählt Jan Masaryk in einem Sanatorium dem deutschen Psychiater Dr. Stein rückblickend über sein Leben:
Jan Masaryk, Sohn des ersten Staatspräsidenten der Tschechoslowakei und Botschafter in London, liebt das Nachtleben, die Frauen, die Musik und die Drogen. Doch die politischen Ereignisse der 1930er Jahre machen ihm zu schaffen. Dadurch gerät er auch mit dem langjährigen Familienfreund und amtierenden Staatspräsidenten Edvard Beneš in Konflikt. Hitler benutzt die sudetendeutsche Frage, um eine Besetzung des Nachbarlandes vorzubereiten. Großbritannien und Frankreich zögern jedoch, die Tschechoslowakei zu schützen. Am 29. September 1938 handeln sie ohne Masaryk das Münchner Abkommen aus, worauf kurz darauf deutsche Truppen ins Land einmarschieren. Masaryk erleidet einen Zusammenbruch. Stein aber ermutigt ihn, in die Exilregierung in London einzutreten und zu seinen Landsleuten zu sprechen.
Aus den insgesamt 15 Nominierungen für den Tschechischen Löwen (tschechischer Filmpreis; tsch.: Český lev) erhielt der Film 12, unter anderen für den besten Film, den besten Hauptdarsteller und die beste Regie.
Die beste Regie vertretend, nahm auch der Regisseur selbst, Julius Ševčík, am Filmmontag teil und stand dem Publikum im Rahmen einer regen Diskussion Rede und Antwort. Dabei wurde weniger das politische Geschehen behandelt, sondern vielmehr Masaryks Biographie, seine Neigung zum Alkohol und seine Abhängigkeit von den Drogen. Außerdem seine Leidenschaft für die Politik, welche im starkem Gegensatz zu seinem Freigeist stand, der ihn eher in die Richtung der Musik lockte. Darüber hinaus erklärte Ševčík einige im Film versteckte Anspielungen. Die Diskussion fand sowohl in tschechischer als auch deutscher Sprache statt, da nicht nur die Dolmetscherin Pavlína Lössl vor Ort war, sondern auch Ševčík gutes Deutsch beherrscht, nicht zuletzt durch seine enge Verbindung zu Berlin.
Wer sich mehr für Jan Masaryk interessiert, kann sich freuen. Der Regisseur Julius Ševčík plant nämlich einen weiteren Teil, in dem das Rätsel um den Tod Masaryks im Fokus steht.