Jan Kotěra war ein tschechischer Stadtplaner, Architekt, Möbeldesigner und Maler. Er wurde am 18. Dezember 1871 in Brünn geboren. Er besuchte die deutschen Schulen in Dolní Zálezly, Ústí nad Labem und die staatliche Industrieschule, die Berufsfachschule für Bauwesen in Pilsen.
Nach der Matura 1890 kam er nach Prag, wo er eine Lehre im Konstruktionsbüro des Ingenieurs Freyn absolvierte. Er studierte ab 1894 an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo ein neuer Professor, Otto Wagner, seine Studien aufnahm. In Wien lernte Kotěra Jože Plečnik, Josef Hoffmann, Josef Urban und Adolf Loos kennen.
Kotěra wurde von der Wagnerschen Moderne beeinflusst, aber auch vom italienisch orientierten Klassizismus, der in der Wiener Akademie noch nachhallte. 1897 gewann er den Rom-Preis, der mit einem Stipendium für den Palazzo Venezia in Rom verbunden war.
Nach seiner Rückkehr aus Italien trat er in die Spezialschule für dekorative Architektur an der Prager Kunstgewerbeschule ein. Im Jahr 1910 wurde er zum Professor der neu gegründeten Spezialschule für Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Prag ernannt.
Er unternahm mehrere Dienstreisen nach Paris, Holland, Belgien und Deutschland.
Er starb nach langer Krankheit am 17. April 1923 in Prag und ist auf dem Prager Friedhof Vinohrady begraben.
Wichtige Bauten:
Umbau und Erweiterung des Schlosses Červený Hrádek (1894–1896)
Haus Peterka am Prager Wenzelsplatz (1899–1900)
Urbánek-Haus/Mozarteum in Prag (1911–13)
Ostböhmisches Museum in Hradec Králové (Königgrätz) (1909–12)