Josef Jungmann war ein tschechischer Dichter und Sprachwissenschaftler und eine führende Persönlichkeit der tschechischen nationalen Wiedergeburt.
Josef Jungmann stammte aus dem mittelböhmischen Ort Hudlice und hatte neun Geschwister. Er war ursprünglich für eine kirchliche Laufbahn bestimmt. Von 1784 bis 1788 besuchte Josef Jungmann die normale Piaristenschule in Beroun und wechselte dann auf das Gymnasium in der Panská-Straße in Nové Město in Prag, wo er diese im Jahr 1972 mit der Matura abschloss.. Er studierte Philosophie an der philosophischen Fakultät der Karls-Universität (1792-1795) und später auch Jura, schloss das Studium jedoch nicht ab.
Im Jahr 1799 zog er nach Litoměřice und unterrichtete ab 1800 Tschechisch am Gymnasium, erhielt aber kein Gehalt. Zu seiner Zeit war er der erste Gymnasiallehrer für Tschechisch im Königreich Böhmen. Im Jahr 1815 ging Jungmann nach Prag, wo er als Direktor des Akademischen Gymnasiums arbeitete. Jungmann unterrichtete auch Tschechisch an der Philosophischen Fakultät der Universität Prag. Jungmann schuf die theoretischen Grundlagen für die Entwicklung des modernen Tschechisch. Er war eine führende Persönlichkeit der so genannten zweiten Generation der nationalen Wiedergeburt.
Josef Jungmann war maßgeblich an der Gründung der ersten tschechischen wissenschaftlichen Zeitschrift Krok beteiligt. Ihm schloss sich eine Gruppe von tschechischen Persönlichkeiten an, dazu gehörten Prominente der tschechischen Wissenschaft und Literatur der damaligen Zeit wie František Palacký, Jan Evangelista Purkyně, František Ladislav Čelakovský und andere. Sein bedeutendstes Werk ist das fünfbändige tschechisch-deutsche Wörterbuch mit 120.000 Einträgen (1834–39), in dem er die Grundlage für den modernen tschechischen Wortschatz legte. In seinen Übersetzungen versuchte er, die tschechische Sprache weiterzuentwickeln, aber er schuf keine Wörter ohne Regeln, sondern versuchte, den Prinzipien von Josef Dobrovský zu folgen.