Tschechische Komponisten im Fokus

21. 11. 2023
© ECMS

Am 3. Dezember lädt die Ehrbar Chamber Music Society zu einem Konzert mit Werken tschechischer Komponisten wie Bohuslav Martinů, Antonín Dvořák und Leoš Janáček ein.

PROGRAMM:

  • B. Martinů – Duo Nr. 2 in D - Dur H.157 für Violine und Violoncello

  • A. Dvořák – Romantische Stücke für Violine und Klavier Op. 75

  • L. Janáček – Sonate für Violine und Klavier

  • (Pause)

  • A. Dvořák – Klavierquintett Nr. 2 in A-Dur, Op. 81

➡️ Senden Sie ein E-Mail mit dem Promocode ceskyprogram2023 an karten@ecms.at und erhalten Sie Ihr Ticket zum ermäßigten Preis von 18 Euro.   

„Mich rührt so sehr böhmischen Volkes Weise ...“

Bohuslav Martinů, der große Polyglotte unter Tschechiens Meistern, hat seine geliebte Heimat nach dem 2. Weltkrieg nie wieder gesehen. Zu seinen letzten Werken zählt das 2. Duo für Violine und Cello, entstanden 1958 im Schweizer Exil. Dies ist wundersam inspirierte Musik voll Vitalität und Sehnsucht nach Böhmen. Trotz einer kleinen Prise Jazz im Finalsatz fällt einem dazu jenes Gedicht Rainer Maria Rilkes ein, welches mit der Zeile beginnt: „Mich rührt so sehr böhmischen Volkes Weise...“ – und am Beginn des letzten Verses steht: „Magst du auch sein weit übers Land gefahren...“

In einem Brief Antonín Dvořáks vom Jänner 1887 lesen wir: „Ich schreibe jetzt kleine Bagatellen, denken Sie nur, für 2 Violinen und Viola. Die Arbeit freut mich ebenso, als wenn ich eine große Sinfonie schreibe, aber was sagen Sie dazu? Sie sind freilich mehr für Dilettanten gedacht, aber hat Beethoven (...) auch nicht einmal mit ganz kleinen Mitteln geschrieben und wie?“ Daraus wurden jedoch die „Romantische Stücke“ für Geige und Klavier, uraufgeführt am 30. März 1887 in Prag mit dem Urheber und Karel Ondřiček, der kein Dilettant, sondern ein brillanter, professioneller Geiger war. „Gestern hier gespielt und sehr gefallen“ berichtete der Komponist kurz und bündig seinem deutschen Verleger.

Leoš Janáček war von leidenschaftlichem, slawophilem Idealismus erfüllt. Die melodischen Bezüge der erst 1921 in der unabhängig gewordenen Tschechoslowakei fertig gestellten Violinsonate zu seiner „russischen“ Oper „Katja Kabanowa“ sind im Kopfsatz deutlich zu vernehmen. Die Ballade mit ihrer rhapsodisch weit gesponnenen Gesangsmelodie, das folkloristische Scherzo und der immer mehr pathetisch gesteigerte Finalsatz mit seinem nachdenklichen Schluss ergeben freilich harmonisch meisterhafte und hoch emotionale Musik, die sich letztlich oberflächlichen nationalen Deutungen entzieht.

Sein zweites Klavierquintett schrieb Antonín Dvořák im Herbst 1887 in seinem idyllischen Landhaus in Vysoká im Süden Prags. Die singuläre melodische Erfindungskraft des Komponisten, der Volksmusik so gut wie nie zitiert, sondern immer nachempfunden hat, betört, die motivische Verbindung unterschiedlicher Stimmungen lässt ein weit gespanntes Panorama der Gefühle entstehen. Zwischendurch wird das A-Dur-Klavierquartett des Mentors Brahms verehrungsvoll zitiert. Die Dumka, eine alte ukrainische Balladenform, der böhmische Volkstanz Furiant und die fröhliche Polka bilden den Hintergrund der Sätze, gekrönt von kunstvoller Fugato-Durchführung. Denn, wie Dvořák geschrieben hat: „Einen schönen Gedanken zu haben, das ist noch nichts Besonderes. Aber einen Gedanken hübsch durchführen und etwas Großes daraus zu machen, das ist das Schwerste, das gerade ist – Kunst.“– Gottfried Franz Kasparek Im Oktober 2023 startete die Ehrbar Chamber Music Society in ihre erste Konzertsaison. Die Pianistin Biliana Tzinlikova, die Geigerin Klara Flieder und der Cellist Christophe Pantillon, die alle drei aus dem Vollen schöpfen in ihrer Erfahrung als Kammermusiker in den verschiedensten Formaten, Besetzungen und Stilrichtungen, haben sich zusammengefunden, um ihre vielfältigen, aus langjähriger internationaler Konzerttätigkeit gewonnenen Kompetenzen zu bündeln in der Konzeption einer gemeinsamen Konzertreihe in Wien.    

Weitere Informationen und Tickets finden Sie hier.

Weitere Nachrichten