Heute gedenken wir dem tschechischen Architekten mit italienischen Wurzeln, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Böhmen und Mähren tätig war. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der europäischen Barockarchitektur.
Jan Blažej Santini-Aichel realisierte viele verschiedene Projekte, von Klöstern, Wallfahrtsorten, Kirchen und Kapellen bis hin zu Adelspalästen und Bauernhöfen. Er hat sie mit seinem Wissen über historische Zusammenhänge, Zahlensymbolik, Geometrie, Raum und Licht geprägt.
Sein Erbe ist mit dem Baustil der Barockgotik verbunden, der auf subtile Weise die monumentale Gotik mit der Dynamik des Barock verbindet. Gleichzeitig ist das geistige Erbe des Barocks in die Architektur eingeflossen und überzeugt noch heute in Santinis Darstellung.
Auch nach 300 Jahren hat das Werk des Architekten Jan Blažej Santini-Aichel nicht an seiner Bedeutung verloren. Sein monumentaler Wert ist unbestreitbar. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt in Sedlec und die Wallfahrtskirche des heiligen Johannes von Nepomuk auf dem Grünen Berg (Zelená hora), beide von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, gehören heute zu den bedeutendsten Denkmälern der Welt, die von vielen Menschen besucht werden.
Sowohl die breite Öffentlichkeit als auch die Fachwelt zeigen großes Interesse an den Bauwerken Santinis. Eine lebhafte Debatte über die Symbolik seiner Werke ist im Gange. Nach mehr als zweihundert Jahren wurde sogar die unvollendete Wallfahrtskirche in Mariánská Týnice fertiggestellt.