Die diesjährige Gewinnerin des Susanna-Roth-Übersetzungswettbewerbs, Karolina Heidinger, nahm im Rahmen des Wettbewerbs an einem Aufenthalt in Tschechien teil – gemeinsam mit weiteren Gewinner:innen in ihrer jeweiligen Sprachen. Ihre Eindrücke schilderte sie in einer kurzen Erzählung, die sie mit einer Fotoreportage ergänzte.
Psst… haben Sie schon einmal Übersetzende in freier Wildbahn erlebt? Kommen Sie mit, wenn wir uns ruhig verhalten, können wir uns vielleicht annähern und einige erspähen.
Hier ist auch schon unsere erste Übersetzerin. Die Strecke von Wien nach Prag hat sie mühelos zurückgelegt - Übersetzende sind schließlich oft unterwegs. Doch was hat sie hierher getrieben?
Eine schöne, lebendige und kulturreiche Stadt wie Prag ist natürlich ein ideales Streifgebiet für Übersetzende. Doch unsere scheint etwas ganz bestimmtes angelockt zu haben.
Tatsache: Hier trifft eine ganze Gruppe Übersetzender zusammen! Sie sind durch ein besonderes Phänomen verbunden, den Susanna-Roth-Preis.
Ihre Übersetzungen eines Auszugs von Kristina Hamplovás Roman „Lover/Fighter“ wurden zu den besten ihrer jeweiligen Sprachen gekürt – nun begegnen sie einander zum ersten Mal und beschnuppern einander neugierig.
Unsere Übersetzendenmeute ist hungrig und hat sich in einem Prager Lokal eingefunden – eine beliebte Beute ist der smažák, ein gebackener Käse.
Sie haben Glück: Heute können wir gleich eine ganze Herde Übersetzender beobachten. Gemeinsam mit der Autorin besprechen sie ihre jeweiligen Übersetzungen und amüsieren sich an den schwierigen tschechischen Stellen.
Die Herde zieht weiter, angelockt vom Bohemistikseminar in Liberec, wo sie eine ganze Woche verweilen wird. Sie ist etwas dezimiert, denn nicht alle Übersetzenden konnten die Reise auf sich nehmen.
Hier passiert etwas Besonderes: Unsere Übersetzenden treffen auf andere Spezies (Bohemist:innen) und unbekannte Übersetzendenherden!
In dem neuen Umfeld wirkt unsere Herde besonders aktiv, angeleitet von den Rangern der Tschechischen Zentren und von CzechLit: Vorlesungen, Improtheater, Bibliotheksbesuch, Lesungen, Stadtführung – und natürlich Nahrungssuche.
Nach einer Woche verabschieden wir uns von unseren in der Herde verbliebenen Übersetzenden. Bald ziehen sie wieder in ihre heimischen Gefilde zurück – doch sie werden einander bestimmt wieder begegnen.
Wer hätte gedacht, dass Sprachkenntnisse zu solchen Erlebnissen führen können? Vielleicht ist Ihre Übersetzung ja die nächste, die Ihnen die Welt der Susanna-Roth-Preisträger:innen eröffnet!