Durch Vielfalt verbunden – Rückblick auf die EUNIC Literaturtage 2025

18. 9. 2025
Durch Vielfalt verbunden – Rückblick auf die EUNIC Literaturtage 2025

Mit einem facettenreichen Programm gingen vom 14. bis 18. Oktober die EUNIC Literaturtage 2025 in Wien über die Bühne. „Über uns“ lautete das diesjährige Motto, unter dem sich Autor:innen aus 15 europäischen Ländern in vielfältigen Formen, begleitet von Musik und Film, begegneten, um Einblick in ihr Schaffen zu geben und gemeinsam darüber zu reflektieren, was sie – und uns alle – eint: die Vielfalt.

1. Tag: Dienstag 14. 10.

Über uns: Durch Vielfalt verbunden: Feierliche Eröffnung mit Literatur und Musik 

„Was für ein fulminanter Auftakt!“, rief Martón Méhes am Ende der feierlichen Eröffnung begeistert aus – und da kann man dem Direktor des Collegium Hungaricum und Vizepräsidenten von EUNIC nur zustimmen. Mit einem Abend der Extraklasse haben Katalonien, Slowenien und Ungarn am 14. Oktober die EUNIC Literaturtage 2025 eröffnet: Literatur trifft auf Performance trifft auf experimentelle Musik trifft auf jazzig vertonte Lyrik.

Bei dem eigens für das Literaturfestival entwickelten Programm begegneten sich Mittel- und Südeuropa in Sprache, Lyrik und Klang – Regionen, die seit jeher als Schnittstellen zahlreicher Kulturen gelten. Hier traf literarische auf musikalische Virtuosität: Der Schriftsteller Aleš Šteger und der Akkordeonist Jure Tori inszenierten einen Dialog zwischen Text und Musik, die kalaonische Dichterin Maria Sevilla Paris trat mit einer visuell beeindruckenden und lautmalerischen Performance auf und im letzten Drittel des Abends gab der ungarische Liedermacher Balázs Szabó mit seiner Band den Ton an. Die Szabó Balázs Bandája, die eine feine Mischung aus Ethno-Funk, Folk und Pop spielt, schaffte eine Clubatmosphäre, bei der viele (der sitzenden) Besucher:innen ganz offensichtlich gerne auch das Tanzbein geschwungen hätten.

Mit: Aleš Šteger und Jure Tori (Slowenien), Maria Sevilla Paris (Katalonien), Szabó Balázs Bandája (Ungarn), Moderation: Márton Méhes

2. Tag: Mittwoch 15. 10.

Vier Veranstaltungen, viele Blickwinkel

Am zweiten Tag des Literaturfestivals war das Programm so vielgestaltig wie das Leben selbst. Hier wurde sichtbar: Sprache ist nicht nur Kommunikation, sondern auch Identität, Interpretation, Erinnerung und kulturelles Gedächtnis.

Auf dem Programm standen:

  • Für andere da sein: Lesung und Workshop für Kinde

Kleine Hände basteln große Gesten. Zwischen deutsch-tschechischen und deutsch-slowenischen Geschichten entstehen Geschenke aus recycelten Materialien.

Mit: Alexandra Natalie Zeleznik (Deutschland), Judita Babnik (Slowenien), Lucie Hášová Truhelková (Tschechien), Anna Zychová (Tschechien); Konzept und Moderation: Ladislava Adamová

  • Zwischen Sprachen und Kulturen: Lesung & Gespräch

Über das Leben und Schreiben zwischen verschiedenen Sprachwelten. Die Zugehörigkeit zu mehreren Kulturen kann eine enorme Bereicherung sein, aber auch mit kuriosen Herausforderungen einhergehen. Oder um es mit Radek Knapp zu sagen: „Zwischen Sprachen zu leben ist wie mit mehreren Herzen zu fühlen – kompliziert, aber schön.“

Mit: Veso Portarsky (Bulgarien, Deutschland) a Radek Knapp (Polen, Österreich)

  • Floskeln, Finten, Falsche Freunde: Lesung & Gespräch über das Übersetzen neuester tschechischer Literatur ins Deutsche

Gespräch mit humorvollen Beispielen über offensichtliche und versteckte Stolperfallen beim Übersetzen und wie man nicht nur die Sprache, sondern auch die Lebensrealität überträgt. Es diskutierten die diesjährige und die ehemalige Gewinnerin des internationalen Susanna-Roth-Übersetzungswettbewerbs.

Mit: Karolina Heidinger und Theresa Clauberg; Moderation: Jelena Semjonowa-Herzog

  • Stumme Frauenporträts Wortreich oder Unsere Ahninnen: Ein filmisch-literarischer Abend über die Kraft der Frauen, die Weitergabe von Angst und Mut und die weibliche Verbundenheit über Generationen

Unsere Ahninnen leben in den Bildern, die wir für sie wählen. Literatur kann diese Bilder wieder zum Sprechen bringen. Eine bewegende Hommage an die Frauen und ihr Erbe.

Mit: Sara Jurinčić (Kroatien), Olja Savičević Ivančević (Kroatien), Nora Nadjarian (Zypern); Moderation: Barbara Kadletz

3. Tag: Donnerstag 16. 10.

Multilinguales Crescendo im Wiener U-Bahnbogen

  • Poetry Slam goes Europe

Vier Stimmen aus vier Ländern. Die Sprache wird zum Beat, das Verstehen ist (auch) ein Gefühl. Poesie braucht keine Grenzen, nur Mut und ein Mikrofon.

Mit: Thanos Soras (Griechenland), REA (Malta), Tomáš Straka (Slowakei), Martin Malík (Tschechien); Moderation: Fanny Famos

4. Tag: Freitag 17. 10.

Die Sprache der Liebe und ihr Klang 

  • Liebt mich – Liebt mich nicht: Zwischen Zärtlichkeit und Zerstörung: Zweisprachige Lesung mit Live-Musik

Ein Brückenschlag zwischen Wort, Klang und Emotion und ein wunderbares Beispiel dafür, wie Sprache in Kombination mit Musik Gefühle über Grenzen hinweg transportieren kann.

Mit: Zümra Ufuk (Türkei, Österreich), Uğur Çelik (Türkei, Österreich)

5. Tag: Freitag 18. 10.

Das Finale zwischen Genie und Wahnsinn 

  • Die Grenzen des Unmöglichen: Zweisprachiges Gespräch

Zweisprachiges Finale der EUNIC Literaturtage 2025 über die Schönheit, Exzentrik und Utopie und die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn.

Mit: Deborah Gambetta (Italien) und Dirk Stermann (Deutschland, Österreich); Moderation und Dolmetschen: Silvia Chia

5 vielseitige Literaturtage sind zu Ende, was bleibt Über uns? Unvergessliche Eindrücke, schöne Erinnerungen, neue Erkenntnisse und auf jeden Fall jede Menge Lesestoff.

Danke!

Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten – Autor:innen, Musiker:innen, Moderator:innen, Veranstalter:innen, und ganz besonders an euch, liebes Publikum. Es war uns ein Literaturfest!

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