Prager Frühling | Livestream im Kino Wien Mitte

17. 4. 2026
Prager Frühling |  Livestream im Kino Wien Mitte

Das Eröffnungskonzert des Prager Frühlings steht in diesem Jahr im Zeichen zweier bedeutender Jubiläen: 80 Jahre Internationales Musikfestival Prager Frühling und 100 Jahre des Symphonieorchesters des Tschechischen Rundfunks. Wie klingt der Frühling, auf den man das ganze Jahr wartet?

Eine Reise in die Vergangenheit mit dem Prager Frühling 

Im Jahr 1946, dem ersten Nachkriegsjahr, initiiert der künstlerische Leiter der Tschechischen Philharmonie, Rafael Kubelík, die Gründung des Internationalen Festivals für Musik Prager Frühling unter der Schirmherrschaft des damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Dr. Edvard Beneš. 

Bereits die ersten beiden Festivalausgaben sind ein phänomenaler Erfolg. Genau hier gab Leonard Bernstein sein internationales Debüt. Im Jahr 1947 wird der gleichnamige internationale Musikwettbewerb zu einem festen Bestandteil des Festivals, der seit 1957 Gründungsmitglied der Weltföderation internationaler Musikwettbewerbe ist. 

Ein bedeutender Moment ist die 45. Ausgabe des Festivals im Jahr 1990 – das erste freie Prager Frühling nach der Samtenen Revolution. Rafael Kubelík, Rudolf Firkušný und Leonard Bernstein kehren nach Prag zurück, nachdem sie versprochen hatten, zum Festival zurückzukehren, sobald die Tschechoslowakei wieder demokratisch sei. Diese drei Persönlichkeiten hatten den Prager Frühling zu Beginn ihrer Karrieren besucht und kehrten nach mehr als 40 Jahren als Persönlichkeiten von weltweitem Ruf zu demselben Festival zurück. 

Im Laufe der 80 Jahre traten beim Prager Frühling zahlreiche berühmte Musiker auf, darunter Karel Ančerl, John Eliot Gardiner, Anne-Sophie Mutter, Jarmila Novotná und andere. 

Smetanas Má vlast (Mein Vaterland)

Die Eröffnung des Festivals mit dem Zyklus der symphonischen Dichtungen „Má vlast“ hat bereits eine 74-jährige Tradition. Jedes Jahr beginnt das Festival „Prager Frühling“ am 12. Mai, dem Jahrestag von Smetanas Todestag. Doch was soll „Má vlast“ von diesem bedeutenden tschechischen Komponisten eigentlich darstellen? 

Bedřich Smetanas Meisterwerk entstand in den Jahren 1874–1879 und war zur Zeit seiner Entstehung eines der bedeutendsten künstlerischen Werke der Zeit der Nationalen Wiedergeburt. Der aus Litomyšl stammende Komponist schrieb „Má vlast“ inmitten der Angst vor dem fortschreitenden Hörverlust, stand vor einer finanziellen Krise und kämpfte gleichzeitig um seine Position an der Spitze des Provisionaltheaters. Damals konnte niemand ahnen, dass das Werk im 20. Jahrhundert zu einem unverfälschten Symbol und einer Ermutigung für die Nation in schweren Zeiten werden würde. 

Der Zyklus besteht aus sechs Musikstücke: Vyšehrad, Vltava, Šárka, Z českých luhů a hájů, Tábor und Blaník. Bereits unmittelbar nach der Fertigstellung des ersten Musikstücks Vyšehrad verlor der Komponist sein Gehör.

Má vlast ist nicht nur ein musikalisches Werk, sondern auch ein kultureller Schatz des tschechischen Volkes. Jedes Stück hat einen anderen Charakter, und im Zyklus finden sich auch Erinnerungen an bedeutende Ereignisse der tschechischen Geschichte, einschließlich der Projektion der hellsten Ideale dieser Geschichte in die Zukunft und zugleich der Darstellung des Wesens des tschechischen Menschen sowie seiner Lebensumgebung.

Prager Frühling 2026

Die bereits 81. Ausgabe des Internationalen Musikfestivals Prager Frühling findet vom 12. Mai bis zum 4. Juni 2026 statt. Sie bietet Dutzende von Konzerten und Auftritten weltbekannter Dirigenten. Das Eröffnungskonzert wird live im Kino Wien Mitte übertragen. Jetzt Tickets im Vorverkauf sichern!

Im Rahmen des Festivals findet auch die 77. Ausgabe des Internationalen Musikwettbewerbs Prager Frühling statt, der sich dieses Jahr an junge Musiker richtet, die Querflöte oder Klavier spielen. 

Das Eröffnungskonzert wird traditionell vom Symphonieorchester des Tschechischen Rundfunks gespielt, dieses Jahr unter der Leitung von Petr Popelka. Er gilt als einer der inspirierendsten jungen Dirigenten Europas. 

Seit 2016 widmet er sich intensiv dem Dirigieren und erhielt bereits im Jahr darauf den Neeme Järvi Preis für den besten jungen Dirigenten der Menuhin Festival Academy im schweizerischen Gstaad. 

Von 2010 bis 2019 war er stellvertretender Konzertmeister der Kontrabassgruppe der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Und als erster Dirigent in der Geschichte bekleidete er von 2019 bis 2020 die Position des „Conductor Fellow“ (Assistent des Chefdirigenten Alan Gilbert) beim NDR Elbphilharmonie Orchester in Hamburg. 

Seit der Saison 2024/2025 ist er Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Neben dem Dirigieren widmet er sich auch der Komposition.

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