Sie beschrieb die Welt furchtlos und wahrheitsgemäß, mit all ihren Grausamkeiten. Die Schriftstellerin Gabriela Preissová ist Autorin des Werkes Její pastorkyňa. Das wurde vor allem dank dessen Inszenierung als Oper (Jenůfa / Ihre Stieftochter) durch Leoš Janáček berühmt.
Gabriela Preissová
(*23. 3. 1862, Kutná Hora – † 27. 3. 1946, Kuttenberg)
Die Autorin an sich wurde in ihrer Zeit mit einer scharfen Kritikwelle konfrontiert. Die tragische Geschichte erzählt von einem Mord an einem unehelichen Neugeborenen, zu dem es kommt, damit der Ruf eines Mädchens nicht beschmutzt wird. So wurde das idyllische Bild vom Leben auf dem Dorf zerstört, was die Empörung der damaligen Gesellschaft verursachte. Andere Stimmen lobten die Autorin für ihren Mut, den man brauchte, um die heuchlerische Dorf-Moral ehrlich schildern zu können.
Schon in der städtischen Mädchenschule wurden die ersten literarischen Versuche von Preissová gewürdigt. Als sie jung war, zog Preissová zu ihrer Tante und Onkel nach Prag. Sie waren mit vielen böhmischen Patrioten befreundet und Preissová hatte so die Möglichkeit bei einer ganzen Reihe von interessanten Gesprächen über Kultur und Kunst dabei zu sein. Sie lernte dort auch die bedeutenden tschechischen Schriftstellerinnen Karolína Světlá und Eliška Krásnohorská kennen, die zu ihren Vorbildern wurden. Ein Teil ihres Lebens verbrachte sie dann in Hodonín. Das ländliche Leben in Mähren beeinflusste ihre späteren Werke stark.
Ihr Potenzial sah auch der damalige Direktor des Prager Nationaltheaters, František A. Šubrt. Er sprach sie schon nach der Veröffentlichung ihres ersten Buchs mit Erzählungen, Obrazy ze Slovácka, an und forderte sie zum Schreiben eines Theaterstücks auf. Und so kamen im Jahr 1889 das Stück Gazdina roba und später auch das zweite und bekannteste Spiel der Autorin, Její Pastorkyňa, auf die Bühne des Nationaltheaters.
Zu den Hauptmotiven in der Arbeit von Preissová gehören Liebe, das Leben auf dem Land und zwischenmenschliche Beziehungen. Außerdem ragt das Thema „Frau“ heraus. Preissová bemühte sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu kämpfen und zeigte ihre Unzufriedenheit mit der Entwürdigung von Frauen und deren gezwungener Verheiratung. Závodský schrieb, dass Preissová sich „eine intelligente Frau, die harmonisiert gebildet und von Vorurteilen befreit wäre“ wünschte (1962, s. 306).
Její pastorkyňa wurde später Vorlage für die Oper von Leoš Janáček, die im Jahr 1904 ihre Uraufführung hatte und bis heute weltweit aufgeführt wird. Das Publikum kann sie in einem der mährischen Dialekte genießen.
Illustration von Eliška Rýdlová
Quellen:
FUČÍKOVÁ, Renáta a Kateřina TUČKOVÁ. Hrdinky: příběhy významných českých žen. Praha: Euromedia Group, 2020. Universum (Euromedia Group). ISBN isbn978-80-242-6888-0.
DE: Závodský, Artur. Gabriela Preissová. Vyd. 1. Praha: Státní pedagogické nakladatelství, 1962, s. 305-310, překladatel: Eva Uhrová, http://hdl.handle.net/11222.digilib/119506
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